Kindeswohl in der Deutschen Chorjugend

Wir als Gestaltende von Angeboten für Kinder und Jugendliche tragen eine große Verantwortung dafür, dass jedes Kind und jeder junge Mensch zu einem mündigen sowie geistig, körperlich und seelisch unversehrten gesunden Menschen heranwachsen kann. Wir sind auch gesetzlich verpflichtet, Kinder und Jugendliche in diesem Sinne zu schützen. Dazu gehören präventive Maßnahmen gegen körperliche, seelische oder sexuelle Gewalt sowie gegen alle Formen der Diskriminierung. 

Die hauptberuflichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Deutschen Chorjugend sind für das Thema sensibilisiert, haben ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt, erkennen die DCJ-Leitlinien und den Ehrenkodex an, planen die Bildungsangebote so, dass Kinder bzw. Jugendliche immer in einer Gemeinschaft mit anderen Kindern bzw. Jugendlichen betreut werden, und führen diese entsprechend durch. 

+ Kindeswohl bei mir im Verein stärken - Was kann ich tun?

  • Jede*r Betreuende des Kinderchores kann den Ehrenkodex lesen, unterzeichnen und sich so verpflichten, diesen als Leitlinie zu befolgen. 
  • Analysiert alle Tätigkeiten in eurem Verein werden analysiert, ob sie Gefährdungspotential aufweisen, z.B. Betreuung auf Freizeiten und in 1:1-Situationen. Menschen, die diese Tätigkeiten ausüben, legen ein erweitertes Führungszeugnis vor. Eine Gebührenbefreiung für Ehrenamtliche ist möglich. 
  • Sensibilisiert die Vereinsmitglieder und veröffentlicht Anlaufstellen, konkrete Ansprechpartner*innen und Telefonnummern dieser Personen.  
  • Nehmt Beobachtungen und Verdachtsfälle ernst! 
  • Anonymisiert Verdachtsfälle den ersten Kommunikationsschritten mit der Anlaufstelle  

+ Anlaufstellen für Betroffene, Angehörige und Ratsuchende

  • Ernennt eine*n Kindeswohlbeauftrage*r für euren Verein. (Diese sind häufig nicht vorhanden. Wenn mindestens ein*e Aktive*r Interesse bekundet, sich für dieses Thema einzusetzen und qualifizieren zu lassen, meldet euch über info@deutsche-chorjugend.de, um weitere Schritte zu besprechen.) 
  • Setzt euch für die Ernennung eine*s Kindeswohlbeauftragte*n in eurem Landesverband ein. (Diese sind häufig nicht vorhanden. Chöre können einen Antrag stellen, damit sich eine Person aus dem Landesverband qualifizieren lässt.) 
  • Als Qualifizierte Kindeswohlbeauftrage für die Deutsche Chorjugend stehen euch Johannes Pfeffer und Werner Schupp als Ansprechpartner zur Verfügung. Kontaktdaten könnt ihr über info@deutsche-chorjugend.de erfragen. 
  • In jedem örtlichen Jugendamt gibt es immer mindestens eine Person, die als Anlaufstelle für Kindeswohl-Fragen qualifiziert ist. 
  • Im Jugendamt, Schule oder KiTas könnt ihr nach dem Kontakt einer „insoweit erfahrenen Person“ fragen. Häufig ist das eine beruflich pädagogisch arbeitende Person, die eine Zusatzqualifikation erworben hat und als Ansprechpartner*in zur Verfügung stehen kann. 
  • Von der Bundesregierung wurde das „Hilfetelefon Sexueller Missbrauch“ eingerichtet, das schnelle Hilfe für Betroffene, Ratsuchende, Angehörige und Personen aus dem sozialen Umfeld von Kindern gibt: 0800 22 55 530.  

+ Ehrenkodex

EHRENKODEX 

Prävention gelingt häufig durch das Einnehmen einer klaren Haltung, daher verpflichte ich mich die folgenden Punkte zu beachten und einzuhalten:  

  • Ich achte und fördere die Persönlichkeit und die persönlichen Ziele der Kinder und Jugendlichen. 
  • Ich setze mich für ein gleichberechtigtes und solidarisches Miteinander ein.  
  • Ich nehme die Probleme, Wünsche und Vorstellungen der Kinder und Jugendlichen ernst und behandele sie gleichberechtigt.  
  • Ich gehe verantwortungsbewusst mit Nähe und Distanz um und achte individuelle Grenzen.  
  • Ich fördere einen offenen und toleranten Umgang mit den Kindern und Jugendlichen auch mit Problemen der psychischen, physischen und sexuellen Gewalt. 
  • Ich werde das Recht der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen auf körperliche und seelische Unversehrtheit achten und keine physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben.  
  • Die besondere Vertrauensstellung, die ich als Kinder- und Jugendleiter*in genieße, nutze ich in keiner Weise böswillig aus.  
  • Ich schütze die mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor körperlichem und seelischem Schaden, vor sexuellem Missbrauch, Gewalt und Diskriminierung seitens Dritter.  
  • Sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges Verhalten der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Betreuer*innen akzeptiere ich nicht, sondern schreite aktiv ein und informiere meine*n Ansprechpartner*in.   
  • Verdachtsmomenten gehe ich sensibel und unvoreingenommen nach und achte darauf aus diesem Verdachtsmoment entstehende Ausgrenzungen und Verdächtigungen zu vermeiden.  
  • Ansprechpartner*innen innerhalb der Organisation in Konfliktfällen sind mir bekannt, ich weiß, dass ich einen Alleingang vermeiden und nötigenfalls auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen muss.   
  • Ich komme meinen Betreuungs- und Aufsichtspflichten nach bestem Wissen und Gewissen nach und hole mir bei Fragen und Problemen den Rat meiner Kolleg*innen ein.  
  • Ich bin bestrebt meine Kenntnisse, z.B. durch den Besuch entsprechender Qualifizierungsmaßnahmen zur Sensibilisierung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, stetig zu verbessern und auszuweiten. 

 

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