Unsere Struktur

Die Deutsche Chorjugend ist der Jugendverband der Kinder- und Jugendchöre und ihrer Organisationen unter dem Dach desDeutschen Chorverbandes (DCV). Die Kinder- und Jugendchöre sind über ihre Vereine entweder regional oder fachlich zusammengeschlossen.

Neben den Sängerkreisen in den Landesverbänden zählen zu unseren Mitgliedern auch Fachverbände, die sich beispielsweise über ihre chormusikalischen Vorlieben wie Barbershop-Gesang organisieren.

In den meisten Bundesländern gibt es selbstständige Chorjugenden mit einem jungen Vorstand, in anderen verantworten Jugendreferent:innen die Kinderchor- und Jugendchorarbeit. Diese Arbeit erfolgt komplett ehrenamtlich.

Logo des Deutschen Chorverbands, grau und rot

Verbandsstruktur als PDF herunterladen

Die Vorsitzenden der Chorjugenden und die Jugendreferent:innen der Mitgliedsverbände bilden den Deutschen Chorjugendtag – das ist die Mitgliederversammlung des Bundesjugendverbandes. Der Bundesvorstand wird vom Chorjugendtag gewählt. Ausgehend von den wegweisenden Entscheidungen des Deutschen Chorjugendtages legt der Vorstand die strategischen Schritte des Jugendverbandes fest.

In der Konzeption und bundesweiten Umsetzung von Programmen und Projekten arbeiten der Bundesvorstand und das Team der Geschäftsstelle eng zusammen. Für besondere Themen beruft der Bundesvorstand Beauftragte (z.B. die Beauftragte für EU-Angelegenheiten) oder Arbeitsgruppen, in denen sich junge Sänger:innen, Chorleiter:innen, Chormanager:innen oder andere Vereinsaktive aus ganz Deutschland engagieren.

Deutschlandkarte mit Logos der Mitgliedsverbände der Deutschen Chorjugend

Der Deutsche Chorjugendtag

Der Deutsche Chorjugendtag ist die Mitgliederversammlung der Deutschen Chorjugend. Er findet mindestens jährlich statt. Dort kommen die Delegierten der Chorjugenden und der DCV-Mitgliedsverbände, der Bundesvorstand, die Mitarbeitenden aus der Geschäftsstelle und interessierte Gäste zusammen.

Bei einem Chorjugendtag wird die strategische Ausrichtung des Jugendverbandes diskutiert und beschlossen. Dazu zählen die jährlichen programmatischen Schwerpunkte der Arbeit, die politischen Positionen und die finanziellen Entscheidungen.

Darüber hinaus tauschen sich die Teilnehmenden über aktuelle Fragen, Trends und Herausforderungen aus, nehmen am vielfältigen Workshop-Programm teil und singen auch immer mal wieder.

Bild: MEDIENMENSCH Kreativarbeit

Großer Raum mit Kleingruppentischen, an denen Menschen sitzen.

Leitlinien der Deutschen Chorjugend

Die Deutsche Chorjugend ist die größte Interessenvertretung der singenden Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Als Bundesjugendverband ist es unsere Vision, dass die Amateurchorszene eine gute Basis für singende Kinder und Jugendliche bietet und von Kindern und Jugendlichen mitgestaltet wird. Deshalb setzen wir uns für Vielfalt, Gerechtigkeit, Partizipation und kulturelle Teilhabe ein. Die folgenden Leitlinien spiegeln unser Selbstverständnis wider.

Als Bundesjugendverband wünschen wir uns ein Miteinander aller Menschen auf der Grundlage demokratischer Werte. Im Chorsingen und in der Verbandsarbeit sehen wir ein großes Potenzial zum Demokratielernen: Beim gemeinsamen Singen und in der Chorvereins- und Verbandsarbeit können Kinder und Jugendliche Gemeinschaft,
Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit als Basis einer solidarischen Gesellschaft erleben. Chorjugendverbände als Orte von Selbstorganisation und Selbstbestimmung müssen aufgebaut, erhalten und gestärkt werden.
Die Deutsche Chorjugend teilt den Beutelsbacher Konsens, bekennt sich zum Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und zur UN-Kinderrechtskonvention. Die Würde und das Wohl aller Kinder und Jugendlichen sowie ihre Rechte müssen in Chören geschützt und geachtet werden.

Die Deutsche Chorjugend setzt sich für Chorstrukturen ein, in denen Kinder und Jugendliche ihre Meinung und Wünsche äußern können und gehört werden. Chorarbeit bietet eine Chance für gelebte Partizipation. Die Deutsche Chorjugend setzt sich für die Verbreitung von Methoden der Kinder- und Jugendbeteiligung ein, denn junge Menschen sind an allen Entscheidungen, die sie betreffen, zu beteiligen. Sie sollen von klein auf dazu befähigt und ermutigt werden, mitzureden, mitzugestalten und aus eigener Initiative Ideen umzusetzen. Wir brauchen eine Chorlandschaft, in der Erwachsene die Bedürfnisse, Probleme, Wünsche und Ideen der jungen Chorsänger:innen ernst nehmen.

Auf das Recht des Kindes auf Spiel und Freiräume legen wir entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention dabei besonderen Wert. Denn Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume, in denen sie selbstbestimmt in ihrem eigenen Tempo Erfahrungen machen können.

Um eine ganzheitliche musikalische Persönlichkeitsbildung für Kinder und Jugendliche in der Chorarbeit zu ermöglichen, braucht es gute Rahmenbedingungen und eine Haltung der Singanleitenden, die die musikalische Entwicklung und die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen fördert. Die Transfereffekte der Chorarbeit sind vielfältiger als eine einfache Verwertungslogik. Daher sehen wir in einer umfassenden Chorarbeit Potenziale und Chancen für eine Persönlichkeitsbildung, die sowohl die musikalischen und ästhetischen als auch die pädagogischen und sozialen Aspekte des Singens in einer harmonischen Balance in Form von Fördern und Fordern lebt!

Wir setzen uns dafür ein, dass Chöre sichere Räume für Kinder, Jugendliche und junge
Menschen sind. Wir verurteilen jegliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und
setzen uns aktiv für den Kinderschutz ein.

Wir wirken gegen Tabuisierung, Verharmlosung und Victim Blaming (Täter-Opfer-
Umkehr), auch in digitalen Räumen. Wir informieren, qualifizieren und vernetzen
haupt- und ehrenamtliche Akteur:innen, um das Bewusstsein für
Kindeswohlgefährdung zu stärken und zu sensibilisieren.

Chorische Arbeit, partizipative Chorleitung und inklusive Stimmbildung erfordern
Vertrauen und Nähe. Daher setzen wir auf achtsamen Umgang, klare
Schutzmaßnahmen und verantwortungsbewusstes Handeln, um Kindern und
Jugendlichen eine sichere Umgebung für ihre Entfaltung zu bieten. Gemeinsam tragen
wir die Verantwortung für den Schutz von Kindern, Jugendlichen und jungen Menschen
vor jeglichen Formen von Gewalt: Emotionaler, sexualisierter, physischer und peer-topeer-
Gewalt.

Die Deutsche Chorjugend bekennt sich zur UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Singen ist eine Kulturpraxis, die in unterschiedlichsten Formen, in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten und mit unterschiedlichsten musikalischen Verständnissen und Charakteristiken seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Deutsche Chorjugend steht für eine vielfältige Chorszene ein, die so klangfarbenreich ist wie das Singen selbst. Sei es die musikalische Vielfalt des Repertoires, der Genres, der gesungenen Sprachen; Vielfalt in den Darstellungs- und Konzertformaten, in der Besetzung oder in den Chorstrukturen. Die Chorszene spiegelt kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt. Chöre sollen zu Begegnungsorten werden, wo alle mitsingen oder mitarbeiten können, ungeachtet dessen, woher sie kommen, was für einen ökonomischen Hintergrund, was für eine Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung sie haben, welche Sprache(n) sie sprechen sowie ihrer Religionszugehörigkeit und politischer Überzeugung. Chöre sollen vielfältige Begegnungsorte sein, an denen Diskriminierungen nicht reproduziert, sondern kritisch reflektiert werden. Durch ihre gelebte und gesungene Vielfalt tragen Chöre nicht nur zur Bewahrung des gemeinsamen musikalischen Erbes und dem kulturellen Gedächtnis bei, sondern gestalten dieses aktiv mit.

Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf kulturelle Teilhabe. Als Bundesjugendchorverband stehen wir außerdem für das Recht junger Menschen ein, sich musikalisch auszudrücken.

Kulturelle Teilhabe und Betätigung sollen für jedes Kind und jede:n Jugendliche:n in unserer Gesellschaft möglich sein – unabhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft und vom Bildungshintergrund des Elternhauses. Insbesondere das Singen ist eine kulturelle Aktivität, die sich durch ihre Niedrigschwelligkeit und durch ihre Unmittelbarkeit auszeichnet (alle tragen ihr Instrument immer mit sich).

Als ehrenamtlich organisierter Bundesjugendverband ist es unsere Vision, dass Ehrenamtliche teilhaben und mitbestimmen, sich ausprobieren und entfalten können. Die Deutsche Chorjugend setzt sich für die Förderung, Anerkennung und Stärkung ehrenamtlichen Engagements in der jungen Amateurchorszene ein, damit Strukturen und Rahmenbedingungen kontinuierlich verbessert werden und Ehrenamtliche mit Freude ihrem Engagement nachgehen können. Die professionelle musikalische und organisatorische Arbeit soll indessen angemessen honoriert werden.

In diesem Sinne betreiben wir Interessensvertretung, denn freiwilliges, ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement und professionelle kulturelle Bildung bereichern die Gesellschaft und die Chorszene.

Beschlossen auf dem Beirat der Deutschen Chorjugend e.V. am 25.5.2019 in Hamburg.
Ergänzt um den Punkt 5: „Chorsingen ist in geschützter Umgebung zu ermöglichen“, erarbeitet von der AG Kinderschutz, beschlossen auf dem Deutschen Chorjugendtag am 24.05.2025 in Saarbrücken.

Satzung der Deutschen Chorjugend

Ehrenkodex der Deutschen Chorjugend

Für ehrenamtliche, hauptberufliche und hauptamtliche Mitarbeitende der Chöre und Chorverbände

In der Jugendarbeit in Chören und Chorverbänden übernehmen ehrenamtliche und hauptberufliche Mitarbeiter:innen in vielfacher Weise Verantwortung für das Wohl der Kinder und Jugendlichen. Die Chorjugendarbeit muss daher mit besonderer Sorgfalt präventiv allen Formen der Diskriminierung sowie der Ausübung von körperlicher, seelischer und sexualisierter Gewalt entgegenwirken.

  • Ich fördere einen offenen und toleranten Umgang mit den Kindern und Jugendlichen auch mit Problemen der psychischen, physischen und sexuellen Gewalt.
  • Ich werde das Recht der mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen auf körperliche und seelische Unversehrtheit achten und keine physische, psychische oder sexuelle Gewalt ausüben.
  • Die besondere Vertrauensstellung, die ich als Kinder- und Jugendleiterin bzw. Jugendleiter genieße, nutze ich in keiner Weise böswillig aus.
  • Ich schütze die mir anvertrauten Kinder und Jugendlichen vor körperlichem und seelischem Schaden, vor sexuellem Missbrauch, Gewalt und Diskriminierung seitens Dritter.
  • Sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges Verhalten der Kinder und Jugendlichen, aber auch der Betreuerinnen und Betreuer akzeptiere ich nicht, sondern schreite aktiv ein und informiere meinen Ansprechpartner.
  • Verdachtsmomenten gehe ich sensibel und unvoreingenommen nach und achte darauf aus diesem Verdachtsmoment entstehende Ausgrenzung und Verdächtigungen zu vermeiden.
  • Ansprechpartnern innerhalb der Organisation in Konfliktfällen sind mir bekannt, ich weiß dass ich einen Alleingang vermeiden und nötigenfalls auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen muss.
  • Ich komme meinen Betreuungs- und Aufsichtspflichten nach bestem Wissen und Gewissen nach und hole mir bei Fragen und Problemen den Rat meiner Kolleginnen und Kollegen.
  • Ich bin bestrebt meine Kenntnisse, z.B. durch den Besuch entsprechender Qualifizie-rungsmaßnahmen zur Sensibilisierung im Umgang mit Kindern und Jugendlichen, stetig zu verbessern und auszuweiten.
DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner