Body & Vocal Percussion
Rhythmen mit dem Körper erzeugen: Schnipsen, Klatschen, Schnalzen, …
Schonmal von Body und Vocal Percussion gehört? Beide helfen, Rhythmen zu verstehen und beim Chorsingen im Takt zu bleiben. Body Percussion kann zusätzlich zum Singen eingesetzt werden. Die Bewegungen machen es sogar einfacher, sich mit der ganzen Gruppe zu synchronisieren!
Percussion mit dem Körper kann ganz simpel sein oder innerhalb der Gruppe in verschiedenen Schwierigkeitsgraden kombiniert werden zu Polyrhythmen, Rhythmus-Kanons, u.s.w. Wir stellen euch in diesem Artikel mehrere Möglichkeiten vor.

1. Body Percussion: Rhythmen mit Körper erzeugen
- Klatschen
- Schnipsen
- Patschen (auf Oberschenkeln, …)
- Stampfen
- Händereiben
- …
2. Vocal Percussion: Rhythmen mit Mundraum und Stimme erzeugen
- Schnalzen
- Scharf ausatmen / Stoßatmen
- Klicken
- Ansaugen
- Scharfe Konsonanten
- Lippen poppen
- Ausrufe und Geräusche
- …
3. Body & Vocal Percussion macht Chorsingen inklusiver:
Auch für die Inklusion im Chor sind Body und Vocal Percussion eine super Sache. Warum?
Beides…
- Fördert die Körperwahrnehmung, indem der eigene Körper bewusst einbezogen und erlebt wird.
- Aktiviert den Körper und unterstützt insbesondere Menschen, die schnell dissoziieren oder für die koordinative Bewegungen herausfordernd sind.
- Richtet die Aufmerksamkeit der Gruppe neu aus, da Körperaktivierung und spielerische Elemente die Konzentration fördern.
- Ist sprachunabhängig, da keine Wörter oder Sprachkenntnisse erforderlich sind. Dadurch eignet sich Body & Vocal Percussion besonders für:
- transkulturelle Gruppen,
- introvertierte Kinder,
- Kinder mit Sprachentwicklungsstörungen.
- Stärkt das Gemeinschaftsgefühl und fördert das Miteinander in der Gruppe.
- Verbessert das Rhythmusgefühl und unterstützt dadurch das Singen sowie das Erlernen neuer Lieder.
- Fördert die stimmliche Entwicklung durch Vocal Percussion, da der präzise Einsatz von Lippen, Zunge und Mundraum Resonanz und Artikulation schult.
- Ermöglicht Selbstwirksamkeit, weil die Übungen nach kurzer Einführung schnell von den Chorkindern selbst übernommen und angeleitet werden können.
- Ermutigt zum spielerischen Improvisieren und eröffnet kreative Ausdrucksmöglichkeiten.
- Ist für verschiedene Körper zugänglich und niedrigschwellig, da Rhythmen beispielsweise auch im Sitzen geklatscht werden können und dennoch den Körper aktivieren.
4. Praxistipps
Klingt gut – aber wie setzen wir Body und Vocal Percussion denn jetzt in der Probe ein?
- Beim Aufwärmen:
Die Gruppe steht im Kreis und tritt rhythmisch im 4/4 Takt von links nach rechts. So findet die Gruppe den gemeinsamen Takt. Die Chorleitung gibt eine Percussion-Sequenz vor, alle machen nach.
Nach ein bisschen Eingrooven können im kreisherum alle, die möchten, einen Rhythmus improvisieren, den alle nachmachen. - Beim Texte lernen:
Sprecht die Texte durch, ohne die Melodien zu singen. Achtet weniger auf die Worte und mehr auf deren Laute: Fokussiert euch auf die Konsonanten und sprecht die Worte nur mit den Lippen, ohne die Stimme wieder. Es entsteht ein eigener Rhythmus!
Oder:
Überlegt euch percussive Rhythmen, die die Rhythmik der Textes unterstützen. Einfaches Klatschen und Stampfen kann helfen, den Takt zu halten. Patsch-Abfolgen in Text-Pausen helfen, gleichzeitig wieder einzusetzen. Probiert es aus! - Überlegt euch von Anfang an Rhythmen, die das Lied gut unterstützen – wie eine weitere Stimme. Alle Chormitglieder können diese entweder während dem Singen mitmachen. Oder auch nur die Percussion machen, wenn sich Singen nicht gut anfühlt.
So können alle Teil des Chores sein, ohne immer singen zu müssen.
5. Inspiration
Hier gibt’s ein paar weiterführende Videos mit Anleitungen, Ideen und Beispielen für eure Chorarbeit:
- Videos (auf Englisch) für Übungen und Aufwärmen: Jonas Rasmussen
- Rhythm with Signs: Ritmo con Señas Germany
Vocal Painting, z.B. VOCAL PAINTING KÖLN - In Hamburg gibt es ein ganzes Festival, das sich ausschlißelich mit Body Percussion beschäftigt: Body Rhythm Festival
- Die SLIXS A-Cappella-Band hat ganze Body Percussion Stücke!
- Auf dem Youtube-Kanal von Richard Filz gibt es viele Beispiele und Anleitungen für Body Percussion