So war die Chorleica für mich: Erfahrungsbericht von Rani

Das sind wir: Die Chorleica-Gruppe während unserer Ausbildungswoche in Hamburg im August.

Die Chorleica-Ausbildung in Hamburg war eine Erfahrung, die meine Erwartungen voll bestätigt und teilweise übertroffen hat. Ein engagiertes, motiviertes und kompetentes Team bestehend aus unserer Leitungsperson Luise, vier TeamerInnen (Jannis, Julia, Miljan und Sebastian) zwei Musikdozentinnen (Eren und Meike), und unserer Kinderschutz-Expertin Julia führte uns durch das getaktete Programm über sechs Tage und vermittelte spielerisch, didaktisch klug, überlegt und facettenreich die Inhalte. 

Sowohl der Bereich Chorleitung mit seinen musikalischen Anteilen und Überlegungen zu Partizipation, zum Ausführen einer Leitungsrolle und zur Struktur einer Chorprobe als auch der Bereich der jugendleiterischen Verantwortung samt Kinder- und Jugendschutz(gesetzen), Aufsichtspflicht, Gruppendynamiken und -phasen, Umgang mit Konflikten, Zweite-Hilfe-Koffer, Gender, Politik und Chorfahrtsplanung wurden intensiv behandelt. Darüber hinaus könnte man meinen, dass beinahe ein Rekord bezüglich meist gespielter Spiele innerhalb von sechs Tagen aufgestellt wurde. Von energetischen Impulsspielen und Bewegungsspielen, über Reaktionsspiele bis hin zu Ratespielen wurde mit viel Freude und Elan eine Sammlung präsentiert, die uns Teilnehmenden für die Zukunft gut aufstellt.

Das erste Mal einen Chor anleiten

Die musikalischen Inhalte wurden von Grund auf vermittelt und behandelten das Singen von verschiedenen Kanons und kurzen Liedern, das Dirigieren verschiedener Taktarten und verschiedener Auftakte, Grundzüge der Musiktheorie, Stimmphysiologie, Führungskommunikation, Solmisation, Rhythmussprache nach Kodály und erreichten ihren Höhepunkt in meinem persönlichen Highlight, dem eigenen Anleiten eines kleinen Stückes. Jede Person bekam die Möglichkeit, mit einem selbst (ggf. aus vorhandenen Materialien) gewählten Stück eine kleine Gruppe von uns anzuleiten und so vielleicht das erste Mal die Rolle der Chorleitung einzunehmen.

Diese Übung wie auch alle anderen Übungen wurden u.a. dadurch zu einem positiven Erlebnis, dass durchweg ein safe space für alle bestand, der es ermöglichte, auch vulnerable Positionen einzunehmen, Ängste und Sorgen zu teilen und sich auszuprobieren.

Im Musikmodul konnten wir ausprobieren, wie es sich anfühlt, ein Stück anzuleiten.

Ein weiteres Highlight, das zeigte, wie viel Gedanken und Arbeit in die Vorbereitung der Ausbildung gesteckt worden war, war der von den Teamern gestaltete und präsentierte Quiz-Abend, zu dem ich an dieser Stelle nicht mehr verrate, als dass er ein phänomenales Erlebnis war.

Die Freizeitgestaltung sah von Pause zu Pause und Person zu Person unterschiedlich aus und erstreckte sich vom Singen und Musizieren über Kartenspiele und Joggen bis hin zu Gesprächen und zum Ausruhen.

Grundsätzlich waren alle durchführenden Personen unglaublich motiviert, aufgeschlossen und kritikfähig. Der Abschluss beinhaltete umfangreiches Feedback, sodass ich mir sicher bin, dass die kommenden Chorleica-Durchgänge nur noch besser werden können!

Die Chorleica ist eine Ausbildung zur Jugendleiter*in im Chor. Umgesetzt wird sie durch die Landeschorjugenden und die Deutsche Chorjugend, dank der Förderung durch die Beisheim-Stiftung und das Erasmus+ Programm. Die nächsten Termine und weitere Infos finden sich hier.

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