Leitlinien der Deutschen Chorjugend

Präambel

Die Deutsche Chorjugend ist die größte Interessenvertretung der singenden Kinder
und Jugendlichen in Deutschland. Als Bundesjugendverband ist es unsere Vision, dass
die Amateurchorszene eine gute Basis für singende Kinder und Jugendliche bietet
und von Kindern und Jugendlichen mitgestaltet wird. Deshalb setzen wir uns
für Vielfalt, Gerechtigkeit, Partizipation und kulturelle Teilhabe ein. Die folgenden Leitlinien spiegeln unser Selbstverständnis wider.

1. Singen ist für uns ein Ausdruck des Menschseins [1]

2. Chorsingen ist für uns ein Ort des Demokratielernens [2]

Als Bundesjugendverband wünschen wir uns ein Miteinander aller Menschen auf der
Grundlage demokratischer Werte. Im Chorsingen und in der Verbandsarbeit sehen
wir ein großes Potenzial zum Demokratielernen: Beim gemeinsamen Singen und in
der Chorvereins- und Verbandsarbeit können Kinder und Jugendliche Gemeinschaft,
Zugehörigkeit und Selbstwirksamkeit als Basis einer solidarischen Gesellschaft
erleben. Chorjugendverbände als Orte von Selbstorganisation und Selbstbestimmung
müssen aufgebaut, erhalten und gestärkt werden.
Die Deutsche Chorjugend teilt den Beutelsbacher Konsens, bekennt sich zum
Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und zur UN-Kinderrechtskonvention. Die Würde und das Wohl aller Kinder und Jugendlichen sowie ihre Rechte müssen in Chören geschützt und geachtet werden.

3. Chorarbeit ist für uns eine Chance für gelebte Partizipation von Kindern und Jugendlichen [3]

Die Deutsche Chorjugend setzt sich für Chorstrukturen ein, in denen Kinder und
Jugendliche ihre Meinung und Wünsche äußern können und gehört werden.
Chorarbeit bietet eine Chance für gelebte Partizipation. Die Deutsche
Chorjugend setzt sich für die Verbreitung von Methoden der Jugendbeteiligung ein,
denn junge Menschen sind an allen Entscheidungen, die sie betreffen, zu
beteiligen. Sie sollen von klein auf dazu befähigt und ermutigt werden,
mitzureden, mitzugestalten und aus eigener Initiative Ideen umzusetzen. Wir
brauchen eine Chorlandschaft, in der Erwachsene die Bedürfnisse, Probleme,
Wünsche und Ideen der jungen Chorsänger*innen ernst nehmen.

Auf das Recht des Kindes auf Spiel und Freiräume legen wir entsprechend der UN-Kinderrechtskonvention dabei besonderen Wert. Denn Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume, in denen sie selbstbestimmt in ihrem eigenen Tempo Erfahrungen machen können.

4. Chorsingen ist für uns eine Chance zu einer ganzheitlichen musikalischen Persönlichkeitsbildung [4]

Um eine ganzheitliche musikalische Persönlichkeitsbildung für Kinder und Jugendliche in der Chorarbeit zu ermöglichen, braucht es gute Rahmenbedingungen und eine Haltung der Singanleitenden, die die musikalische Entwicklung und die Persönlichkeitsbildung von Kindern und Jugendlichen gleichermaßen fördert. Die Transfereffekte der Chorarbeit sind vielfältiger als eine einfache Verwertungslogik. Daher sehen wir in einer umfassenden Chorarbeit Potenziale und Chancen für eine Persönlichkeitsbildung, die sowohl die musikalischen und ästhetischen als auch die pädagogischen und sozialen Aspekte des Singens in einer harmonischen Balance in Form von Fördern und Fordern lebt!

5. Chorsingen ist für uns gelebte und gesungene Vielfalt [5]

Die Deutsche Chorjugend bekennt sich zur UNESCO-Konvention über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Singen ist eine Kulturpraxis, die in unterschiedlichsten Formen, in vielfältigen gesellschaftlichen Kontexten und mit unterschiedlichsten musikalischen Verständnissen und Charakteristiken seit Jahrhunderten gepflegt wird. Die Deutsche Chorjugend steht für eine vielfältige Chorszene ein, die so klangfarbenreich ist wie das Singen selbst. Sei es die musikalische Vielfalt des Repertoires, der Genres, der gesungenen Sprachen; Vielfalt in den Darstellungs- und Konzertformaten, in der Besetzung oder in den Chorstrukturen. Die Chorszene spiegelt kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt. Chöre sollen zu Begegnungsorten werden, wo alle mitsingen oder mitarbeiten können, ungeachtet dessen, woher sie kommen, was für einen ökonomischen Hintergrund, was für eine Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung sie haben, welche Sprache(n) sie sprechen sowie ihrer Religionszugehörigkeit und politischer Überzeugung. Chöre sollen vielfältige Begegnungsorte sein, an denen Diskriminierungen nicht reproduziert, sondern kritisch reflektiert werden. Durch ihre gelebte und gesungene Vielfalt tragen Chöre nicht nur zur Bewahrung des gemeinsamen musikalischen Erbes und dem kulturellen Gedächtnis bei, sondern gestalten dieses aktiv mit.

6. Chorsingen ist für uns eine Möglichkeit zur kulturellen Teilhabe [6]

Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf kulturelle Teilhabe. Als
Bundesjugendchorverband stehen wir außerdem für das Recht junger Menschen ein, sich musikalisch auszudrücken.

Kulturelle Teilhabe und Betätigung sollen für jedes Kind und jede*n Jugendliche*n in unserer Gesellschaft möglich sein – unabhängig von der sozialen und ethnischen Herkunft und vom Bildungshintergrund des Elternhauses. Insbesondere das Singen ist eine kulturelle Aktivität, die sich durch ihre Niedrigschwelligkeit und durch ihre Unmittelbarkeit auszeichnet (alle tragen ihr Instrument immer mit sich).

7. Chorsingen ist für uns nur mit guten Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement möglich [7]

Als ehrenamtlich organisierter Bundesjugendverband ist es unsere Vision, dass Ehrenamtliche teilhaben und mitbestimmen, sich ausprobieren und entfalten können. Die Deutsche Chorjugend setzt sich für die Förderung, Anerkennung und Stärkung ehrenamtlichen Engagements in der jungen Amateurchorszene ein, damit Strukturen und Rahmenbedingungen kontinuierlich verbessert werden und Ehrenamtliche mit Freude ihrem Engagement nachgehen können. Die professionelle musikalische und organisatorische Arbeit soll indessen angemessen honoriert werden.

In diesem Sinne betreiben wir Interessensvertretung, denn freiwilliges, ehrenamtliches, bürgerschaftliches Engagement und professionelle kulturelle Bildung bereichern die Gesellschaft und die Chorszene.

Beschlossen auf dem Beirat der Deutschen Chorjugend am 25.05.2019 in Hamburg.


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Quellen

[1] Singen als ursprünglichster Ausdruck des Menschseins wird vielfach benannt:

  • Lehmann, C. & Kopiez, R. (2018). Ursprünge der Musik. In A. C. Lehmann & R. Kopiez (Hrsg.), Handbuch Musikpsychologie (S. 41-62). Bern: Hogrefe.
  • Richter, B. (2018). Die Stimme. Grundlagen, künstlerische Praxis, Gesunderhaltung (3. Aufl.). Leipzig: Henschel.
  • Stadler Elmer, S. (2014). Kind und Musik. Das Entwicklungspotenzial erkennen und verstehen. Berlin: Springer.
  • Welch, G. F. (2006). Singing and Vocal Development. In G. E. McPherson (Hrsg.), The Child as Musician. A Handbook of Musical Development (S. 311-329). Oxford: Oxford University Press.

[2] Gemeinsames Singen fördert kooperatives Verhalten, die Gruppenbildung, soziale Integration, Beziehungsqualitäten, zwischenmenschliches Vertrauen und die Bindung durch vermehrte Ausschüttung des Hormons Oxytocin:

  • Good, A. & Russo, F. A. (2016). Singing promotes cooperation in a diverse group of children. Social Psychology, 47(6), 340-344. DOI: 10.1027/1864-9335/a000282
  • Grape, C., Sandgren, M., Hansson, L.-O., Ericson, M., & Theorell, T. (2003). Does singing promote well-being? An empirical study of professional and amateur singers during a singing lesson. Integrative Physiological and Behavioral Science: The Official Journal of the Pavlovian Society, 38(1), 65-74.
  • Kopiez, R. & Brink, G. (1999). Fußball-Fangesänge: eine FANomenologie. Würzburg: Königshausen und Neumann.
  • Kreutz, G. & Feldhaus, M. (2018). Does music help children grow up? Parental views from a longitudinal panel study. Musicae Scientiae, 24(2), 139-154. DOI: 10.1177/1029864918782581.
  • Kreutz, G. (2014). Ist Singen gesund? In E. Altenmüller & S. Willich (Hrsg.), Klang, Körper, Gesundheit (S. 53-60). Berlin: Wißner-Verlag.
  • Pearce, E., Launay, J., & Dunbar, R. I. M. (2015). The ice-breaker effect: singing mediates fast social bonding. R. Soc. open sci. 2(10), 150221. DOI: 10.1098/rsos.150221
  • Welch, G. F., Himonides, E., Saunders, J., Papageorgi, I., & Sarazin, M. (2014). Singing and social inclusion. Frontiers in Psychology, 5, 803. DOI: 10.3389/fpsyg.2014.00803
  • Wiltermuth, S. S. & Heath, C. (2009). Synchrony and cooperation. Psychological Science 20(1), 1-5. DOI: 10.1111/j.1467-9280.2008.02253.x

[3] Kulturelle Aktivitäten bestärken die Selbstwirksamkeit einer Person und die wöchentliche Teilnahme ist mit einer längeren Lebensdauer, Gesundheit und Lebenszufriedenheit verknüpft, wohlmerklich ungeachtet des sozioökonomischen Status:

  • Bandura, A. (2004). Health promotion by social cognitive means. Health Education & Behavior: The Official Publication of the Society for Public Health Education, 31(2), 143-164. DOI: 10.1177/1090198104263660
  • Bygren, L.-O., Konlaan, B. & Johansson, S. (1996). Attendance at cultural events, reading books or periodicals, and making music of singing in a choir as determinants for survival: Swedish interview survey of living conditions. BMJ, 313(7072), 1577-1580.
  • Cuypers, K., Krokstad, S., Holmen, T. L., Skjei Knudtsen, M., Bygren, L.-O. & Holmen, J. (2012). Patterns of receptive and creative cultural activities and their association with perceived health, anxiety, depression and satisfaction with life among adults: the HUNT study, Norway. Journal of Epidemiology and Community Health, 66(8), 698-703. DOI: 10.1136/jech.2010.113571
  • Geiger, S. (2016): Zur Umsetzung von Partizipation in der musikalischen Bildung. Ergebnisse einer qualitativ-empirischen Analyse. KULTURELLE BILDUNG ONLINE. Online verfügbar unter www.kubi-online.de/artikel/zur-umsetzung-partizipation-musikalischen-bildung-ergebnisse-einer-qualitativ-empirischen
  • Huber, L. & Zobl, E. (2016). Partizipation. Online verfügbar unter www.takingpart.at/kontext-1/partizipation/
  • von Schwanenflügel, L. & Walther, A. (2013/2012): Partizipation und Teilhabe. KULTURELLE BILDUNG ONLINE. Online verfügbar unter www.kubi-online.de/artikel/partizipation-teilhabe
  • Wright, M. T. (2020). Partizipation: Mitentscheidung der Bürgerinnen und Bürger. Online verfügbar unter leitbegriffe.bzga.de/systematisches-verzeichnis/allgemeine-grundbegriffe/partizipation-mitentscheidung-der-buergerinnen-und-buerger/ DOI: 10.17623/BZGA:224-i084-1.0

[4] Transfereffekte des Singens werden in zahlreichen Studien nachgewiesen und beziehen sich neben in [2] genannten sozialen Aspekten auch auf körperliche wie eine verbesserte Sprechstimme, Atmung, Ausdruck oder Fremdsprachenerwerb:

  • Beck, R. J., Cesario, T. C., Yousefi, A., & Enamoto, H. (2000). Choral singing, performance perception, and immune system changes in salivary immunoglobulin A and cortisol. Music Perception, 18(1), 87-106. DOI: 10.2307/40285902
  • Blank, T. & Adamek. K. (2010). Singen in der Kindheit. Eine empirische Studie zur Gesundheit und Schulfähigkeit von Kindergartenkindern und das Canto elementar-Konzept zum Praxistransfer. Münster: Waxmann.
  • Bojack-Weber, R. (2012). Singen in der Grundschule. Eine Untersuchung zur Singfähigkeit und zum Singverhalten von Grundschulkindern. Augsburg: Wißner.
  • Busse, V., Hennies, C., Kreutz, G., & Roden, I. (2021). Learning grammar through singing? An intervention with EFL primary school learners. Learning and Instruction, 71, 1-11. DOI: 10.1016/j.learninstruc.2020.101372
  • Clift, S. & Hancox, G. (2010). The significance of choral singing for sustaining psychological wellbeing: findings from a survey of choristers in England, Australia and Germany. Music Performance Research, 3(1), 79-96.
  • Clift, S., Morrison, I., Skingley, A., Page, S., Coulton, S., Treadwell, P., Vella-Burrows, T., Salisbury, I., & Shipton, M. (2013). An evaluation of community singing for people with COPD. Canterbury: Canterbury Christ Church University.
  • Good, A. & Russo, F. A., & Sullivan, J. (2015). The efficacy of singing in foreign-language learning. Psychology of Music, 43(5), 627-640. DOI: 10.1177/0305735614528833.
  • Kreutz, G. (2020). Warum Singen glücklich macht (3. erw. und aktual. Aufl.). Gießen: Psychosozial-Verlag.
  • Siupsinskiene, N. & Lycke, H. (2011). Effects of vocal training on singing and speaking voice characteristics in vocally healthy adults and children based on choral and nonchoral data. Journal of Voice: Official Journal of the Voice Foundation, 25(4), e177?89. DOI: 10.1016/j.jvoice.2010.03.010
  • Welch, G. F. & Preti, C. (2019). Singing as Inter- and Intra-personal Communication. In G. F. Welch, D. M. Howard, & J. Nix (Hrsg.), The Oxford Handbook of Singing (S. 369-392). Oxford: Oxford University Press. DOI: 10.1093/oxfordhb/9780199660773.013.73

[5] Statistiken zeigen die aktuelle Vielfalt der Chorszene und in der Entwicklung des Singens zeigt sich der historische Verlauf:

  • Deutscher Musikrat & Deutsches Musikinformationszentrum (Hrsg.) (2021). Amateurmusizieren in Deutschland. Ergebnisse einer Repräsentativbefragung in der Bevölkerung ab 6 Jahre. Bonn. Online verfügbar unter https://themen.miz.org/amateurmusikstudie
  • Deutsches Musikinformationszentrum (Hrsg.) (2021). Orchester, Ensembles, Chöre und Mitglieder in den Verbänden des Amateurmusizierens. Online verfügbar unter http://www.miz.org/statistiken.html
  • Stadler Elmer, S. (2008). Entwicklung des Singens. In H. Bruhn, R. Kopiez & A. C. Lehmann (Hrsg.), Musikpsychologie. Das neue Handbuch (S. 144-161). Reinbek: Rowohlt.

[6] Artikel 27 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UN beinhaltet das Recht auf kulturelle Teilhabe. Das Chorsingen zeigt sich dabei als besonders Niedrigschwellig:

[7] Umfragen zeigen prekäre Lage der freiberuflichen Musiker*innen sowie die positiven Auswirkungen des Ehrenamts auf die Gesellschaft:


Position in Einfacher Sprache

Leitlinien der deutschen Chorjugend


Die Deutsche Chorjugend ist die größte Interessenvertretung der singenden Kinder und Jugendlichen in Deutschland. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche gerne im Chor singen und diesen mitgestalten können.

Wir setzen uns für Vielfalt, Gerechtigkeit, Mitwirkung und Teilhabe an Kultur ein. Mehr dazu steht hier in unseren Leitlinien.

 

1. Für uns gehört Singen zum Menschsein dazu


2. Im Chor kann man Demokratie lernen
 

Für uns sind Demokratie und das gleichberechtigte Zusammenleben aller Menschen wichtig. Dies können Kinder und Jugendliche beim gemeinsamen Singen und bei der Arbeit im Chor lernen. Sie können Gemeinschaft und Zugehörigkeit erleben. Sie lernen, selbst etwas zu erschaffen und mit neuen Situationen umzugehen. In den Chorjugendverbänden können Kinder und Jugendliche sich selber organisieren und mitbestimmen. Das alles sind wichtige Grundwerte der Demokratie, die wir vermitteln. Deshalb müssen Chöre aufgebaut, erhalten und gestärkt werden. 


In Chören müssen die Würde, das Wohlergehen und die Rechte aller Kinder und Jugendlichen geschützt und geachtet werden.
 

 

3. Im Chor können Kinder und Jugendliche Mitwirkung lernen
 

Die Deutsche Chorjugend setzt sich dafür ein, dass Kinder und Jugendliche im Chor ihre Meinung, Wünsche und Ideen äußern können. Und dass diese von den Erwachsenen gehört werden.

Wir nutzen Methoden der Jugendbeteiligung, die wir gerne weitergeben. So können Kinder und Jugendliche an Entscheidungen, die sie betreffen, mitwirken.

Jedes Kind hat ein Recht auf Spiel. Es hat auch ein Recht auf Freiräume, um selbständig wichtige Erfahrungen zu machen. Darauf legen wir Wert.

 


4. Singen im Chor ermöglicht eine umfassende musikalische Persönlichkeitsbildung
 

Um die Persönlichkeit von Kindern und Jugendlichen durch Singen im Chor zu fördern, braucht man gute Rahmenbedingungen. Außerdem müssen die Chorleiter*innen die Kinder und Jugendlichen gleichermaßen musikalisch und persönlich fördern und fordern.

 

Im Chor wird nicht nur etwas einstudiert. Beim Singen lernen Kinder und Jugendliche viel mehr als nur Texte und Melodien. Sie lernen zum Beispiel viel über Musik und über den Umgang untereinander. Beides gehört für uns zusammen.

 

 

5. Singen im Chor steht für Vielfalt
 

Die Deutsche Chorjugend möchte die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen schützen und fördern.

Singen ist ein Teil der Kultur. Die Menschen singen schon seit Jahrhunderten, es ist also eine alte Tradition. Gesungen wird auf unterschiedliche Arten, zu unterschiedlichen Anlässen und mit unterschiedlichen musikalischen Grundlagen.

In der Deutschen Chorjugend gibt es sehr verschiedene Chöre. Die Unterschiede beziehen sich zum Beispiel auf die Musikrichtungen, die gesungenen Sprachen und die Struktur der Chöre.

In den Chören sieht man die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft. Sie sollen Orte der Begegnung für alle Menschen sein. Deshalb sollte es in den Chören keine Diskriminierungen geben. Dabei ist es egal, woher die Menschen kommen, wie viel Geld sie haben, was für eine Hautfarbe, welches Geschlecht oder welche sexuelle Orientierung sie haben. Es ist auch egal, welche Sprache die Menschen sprechen, welche Religion sie haben und welche politische Meinung sie vertreten.

Durch ihre Vielfalt bewahren Chöre Musik als Teil unserer Kultur und sie gestalten diese aktiv mit.
 

 

6. Singen im Chor ist eine Möglichkeit zur Teilhabe an Kultur
 

Alle Kinder und Jugendlichen haben das Recht auf Teilhabe an Kultur. Alle haben demnach auch das Recht Musik zu lernen und zu machen. Dies gilt unabhängig von ihrer Herkunft und von der Bildung ihrer Eltern. Singen kann jede*r sofort und unmittelbar, da jeder Mensch eine Stimme hat und diese immer da ist.

 

 

7. Singen im Chor ist nur mit guten Rahmenbedingungen ehrenamtlicher Arbeit möglich
 

Wir sind ein ehrenamtlich organisierter Bundesjugendverband. Wir wollen, dass Ehrenamtliche teilhaben und mitbestimmen können.

Die Deutsche Chorjugend setzt sich für die Förderung und Anerkennung ehrenamtlichen Engagements in Chören ein. Ziel ist es, Strukturen und Rahmenbedingungen zu verbessern, so dass Ehrenamtliche mit Freude mitarbeiten. Dabei sollte hauptberufliche Arbeit auch angemessen bezahlt werden.

In diesem Sinne vertreten wir die Interessen von Kindern und Jugendlichen in den Chören Deutschlands. Denn ehrenamtliches Engagement und professionelle kulturelle Bildung bereichern die Gesellschaft und die Chöre.
 

Das sind die Leitlinien der Deutschen Chorjugend. Diese haben wir auf dem Beirat der Deutschen Chorjugend im Mai 2019 in Hamburg aufgeschrieben.

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