Kein Abbau der Musikausbildung bei Grundschullehrern

 

Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer hat empfohlen, die künftige
Generation der Grundschullehrkräfte anstelle des Faches „Musik“ in einem
Studienfach „Ästhetik“ auszubilden. In einigen Bundesländern gehört das
Fach „Musik“ schon nicht mehr zum Fächerkanon in der Grundschule.
Diese Entwicklung wird zu einer radikalen Verringerung des
Musikunterrichts, in dem auch gesungen wird, führen.

Der Deutsche Chorverband hält dies für falsch und protestiert gegen die
Empfehlung, weil sie dem wichtigen Ziel einer musikalischen Grundbildung
völlig widerspricht und eine qualifiziert musikalische Ausbildung in der
Grundschule praktisch unmöglich macht. Der Deutsche Chorverband
fordert die Bundesländer auf, dieser Empfehlung nicht zu folgen und
gerade dem Fach „Musik“ wieder eine stärkere Position in der
Grundschullehrerausbildung zuzuweisen. Dies ist nicht zuletzt durch ein
speziell ausgewiesenes Studienfach „Musik“ zu gewährleisten.

Angesichts der geringen musikpraktischen Kenntnisse der Lehramt-
Studierenden bei Studienbeginn, angesichts der zu geringen Zahl von
Fachkräften im Fach „Musik“ an den Grundschulen und angesichts der
reduzierten Musikanteile in der Realität des Schulalltags sieht der
Deutsche Chorverband mit großer Sorge, dass die Einführung des
Studienfachs „Ästhetik“ anstelle von „Musik“ zu einem weiteren Abbau
musikalischer Ausbildung in den Schulen führen wird. Damit
verschlechtert diese Empfehlung der Kultusministerkonferenz die
Chancen, unseren Kindern eine solide musikalische Grundausbildung auch
auf dem Gebiet des Singens zu geben. Diese ist aber für den Zugang des
Menschen zum kulturellen Leben von großer Bedeutung und auch nach
neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung eine ideale Grundlage für
Kreativität und lebenslange Bildungsfähigkeit. Darüber hinaus unterstützt
das Singen den jungen Menschen dabei, sich in einer vielstimmigen
Gesellschaft sozialadäquat zu positionieren und zu behaupten.

Heilbronn, 09. Mai 2009

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Position in Einfacher Sprache

Das Fach „Musik“ soll in der Ausbildung von Grundschullehrer*innen erhalten bleiben

 

Die Konferenz der Kultusminister*innen hat eine Empfehlung ausgesprochen: Grundschullehrer*innen sollen nicht mehr im Fach „Musik“ ausgebildet werden, sondern stattdessen im Fach „Ästhetik“.

Der Deutsche Chorverband hält dies für eine schlechte Entscheidung. Die Entscheidung widerspricht dem Ziel, dass alle Kinder eine musikalische Grundbildung bekommen.

So ist eine qualifizierte musikalische Ausbildung in der Grundschule nicht möglich.

Schon jetzt wird das Fach „Musik“ an Grundschulen als weniger wichtig angesehen. Das hat verschiedene Gründe:

  • Lehramt-Studierende haben am Anfang ihres Studiums geringe Kenntnisse im Bereich Musik
  • Im Fach „Musik“ gibt es nur wenige Fachkräfte.
  • Das Fach „Musik“ wird immer weniger Stunden unterrichtet. In manchen Bundesländern gar nicht.

Wenn jetzt noch das Fach „Ästhetik“ das Fach „Musik“ ersetzt, dann wird es noch weniger Musikunterricht in den Schulen geben. Das heißt: Die Empfehlung der Kultusminister*innen verschlechtert die musikalische Bildung der Kinder – auch im Bereich Singen.

Aber Musik und Singen sind für die Menschen wichtig.

  • Menschen, die Singen und ein Instrument spielen, können Kunst und Kultur besser verstehen und genießen.
  • Musik macht Menschen kreativer und erleichtert das Lernen.
  • Singen hilft jungen Menschen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und sich dort zu behaupten.

Der Deutsche Chorverband fordert die Bundesländer deshalb auf, der Empfehlung der Konferenz der Kultusminister*innen nicht zu folgen. Das Fach „Musik“ soll weiterhin bestehen bleiben.

Heilbronn, 9. Mai 2009

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