Kein Abbau der Musikausbildung bei Grundschullehrern

 

Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer hat empfohlen, die künftige
Generation der Grundschullehrkräfte anstelle des Faches "Musik" in einem
Studienfach "Ästhetik" auszubilden. In einigen Bundesländern gehört das
Fach "Musik" schon nicht mehr zum Fächerkanon in der Grundschule.
Diese Entwicklung wird zu einer radikalen Verringerung des
Musikunterrichts, in dem auch gesungen wird, führen.

Der Deutsche Chorverband hält dies für falsch und protestiert gegen die
Empfehlung, weil sie dem wichtigen Ziel einer musikalischen Grundbildung
völlig widerspricht und eine qualifiziert musikalische Ausbildung in der
Grundschule praktisch unmöglich macht. Der Deutsche Chorverband
fordert die Bundesländer auf, dieser Empfehlung nicht zu folgen und
gerade dem Fach "Musik" wieder eine stärkere Position in der
Grundschullehrerausbildung zuzuweisen. Dies ist nicht zuletzt durch ein
speziell ausgewiesenes Studienfach "Musik" zu gewährleisten.

Angesichts der geringen musikpraktischen Kenntnisse der Lehramt-
Studierenden bei Studienbeginn, angesichts der zu geringen Zahl von
Fachkräften im Fach "Musik" an den Grundschulen und angesichts der
reduzierten Musikanteile in der Realität des Schulalltags sieht der
Deutsche Chorverband mit großer Sorge, dass die Einführung des
Studienfachs "Ästhetik“ anstelle von "Musik" zu einem weiteren Abbau
musikalischer Ausbildung in den Schulen führen wird. Damit
verschlechtert diese Empfehlung der Kultusministerkonferenz die
Chancen, unseren Kindern eine solide musikalische Grundausbildung auch
auf dem Gebiet des Singens zu geben. Diese ist aber für den Zugang des
Menschen zum kulturellen Leben von großer Bedeutung und auch nach
neuesten Erkenntnissen der Hirnforschung eine ideale Grundlage für
Kreativität und lebenslange Bildungsfähigkeit. Darüber hinaus unterstützt
das Singen den jungen Menschen dabei, sich in einer vielstimmigen
Gesellschaft sozialadäquat zu positionieren und zu behaupten.

Heilbronn, 09. Mai 2009