Stipendium für EuroChoir 2012

Als Mitglied der European Choral Association (ECA) unterstützt die Deutsche Chorjugend regelmäßig europäische Projekte, wie den EuroChoir oder das Festival Europa Cantat. In diesem Jahr fördert die DCJ den EuroChoir, der vom 7. bis 15. Juli 2012 in Tschechien stattfinden wird, durch ein Stipendium für begabte und engagierte Chorsängerinnen und Chorsänger aus Deutschland.
Das Vorschlagerecht erhalten die DCV-Mitgliedsverbände, die Träger von Landesjugendchören oder Auswahlensembles sind. Die DCJ will damit auch die Bemühungen der Chorverbände im Bereich der Spitzenförderung unterstützen.
Für ein Stipendium können sichere Sängerinnen und Sänger mit langjähriger Chorerfahrung und guten Englischkenntnissen sowie Interesse an interkultureller Begegnung im Alter von 18 bis 27 Jahren vorgeschlagen werden. Das Stipendium umfasst die Teilnehmergebühren in Höhe von 200 Euro pro Person. Reisekosten sind von dem/der Sänger/in selbst (oder vom DCV-Mitgliedsverband) zu tragen.
Die Auswahl von insgesamt vier jungen Sängerinnen und Sängern erfolgt durch Vertreter/innen der Deutschen Chorjugend. Nach Möglichkeit soll aus den Stimmgruppen Sopran, Alt, Tenor und Bass je ein/e Bewerber/in berücksichtigt werden.
Bewerbungen bitte bis zum 30. März 2012 mit persönlichen Angaben und einem chorischen Lebenslauf an die Geschäftsstelle der Deutschen Chorjugend (Postadresse: Eichendorffstr. 18, 10115 Berlin / E-Mail: info[at]deutsche-chorjugend.de) senden.
Weitere Infos zum EuroChoir 2012 gibt's hier
Erlebnisbericht vom EuroChoir 2011
Flannery Ryan (22) aus dem hessischen Bensheim berichtet von ihrem tollen Chorerlebnis beim EuroChoir 2011 in Turin (Italien):
Gut einen Monat vor der Reise ins italienische Arco formierte sich bei Facebook eine EuroChoir-Gruppe, in der die Teilnehmer Lieder und Ideen austauschten. Gemeinsam heizten wir die Vorfreude an, und so begann die Fahrt mit viel Spannung und Elan. Der EuroChoir steht jedes Jahr unter der Leitung von zwei Chorleitern, einer davon international und der zweite regional bekannt. In unserem Fall waren dies Gary Graden und Enrico Miaroma. Zudem begleitete uns die Stimmbildnerin Sara Webber. Die Organisationsleiter leisteten eine wundervolle Arbeit und lasen uns fast jeden Wunsch von den Lippen ab. Das musikalische Programm enthielt auf der einen Seite viel Klangexperimentelles, zum Großteil aus Schweden. So sangen wir oft gemischt im Kreis stehend zum Beispiel eine Improvisation auf dem schwedischen Volkslied „Den blomstertid nu kommer“, in dem sich die Melodie immer wieder zersträubte und zusammen fand. Auf der anderen Seite sollten wir auch die Musik aus der Region kennenlernen, und so sangen wir viele Volkslieder und Arrangements aus Trentino. Teilweise besuchten uns die Komponisten der Stücke selbst und hörten uns zu.
Obwohl der Chor mit Sängerinnen und Sängern aus Italien, Belgien, Holland, Österreich, der Schweiz, Spanien, Tschechien, Deutschland und der Ukraine besetzt war, klappte die Kommunikation auf Englisch recht gut. Die ortskundigen Italiener im Chor zeigten uns mit großer Freude ihre Heimat. Gesungen wurde bei jeder Gelegenheit. Ob es Klassiker waren, die jeder kannte, wie zum Beispiel Bruckners „Locus Iste“ oder Rheinbergers „Abendlied“, neue Lieder, die uns die anderen Chormitglieder beibrachten, oder unser Eurochoir-Repertoire, jeder sang mit. Und natürlich waren unsere Konzerte ein voller Erfolg.
Alles in allem war der EuroChoir ein Erlebnis, das keiner der Teilnehmerinnen und Teilnehmer so schnell vergessen wird. Neue Freundschaften haben sich gebildet, viele haben sich schon gegenseitig in den verschiedenen Ländern besucht und ein Wiedersehen über Silvester in Wien steht schon fest. Ich persönlich hoffe, dass das Projekt EuroChoir noch lange bestehen bleibt und noch viel mehr Sängerinnen und Sänger aus Deutschland diese Erfahrung von wunderbarer musikalischer Länderverständigung machen können.
